Haltungen bieten Halt!

Reflexionsfähigkeit – Empathie – Mindfulness
Haltungen,  die uns selbst als Menschen in unserem Leben leiten und in sämtliche Begleitungsprozesse, Seminare und Coachings einfließen.

Reflexionsfähigkeit

Reflexion und Selbstreflexion bilden die Voraussetzung für bewusstes und besonnenes Handeln

Reflexionsfähigkeit ist ein bewusster Auseinandersetzungsprozess, in dem aktuelle Eindrücke (Informationen, vermitteltes Wissen und neue Erfahrungen) mit unserem Vorwissen, unseren Vorerfahrungen und unseren Grundhaltungen abgeglichen und daraus neue persönliche Erkenntnisse gewonnen werden. Es handelt sich also primär um eine intellektuelle Fähigkeit, die als Voraussetzung für bewusstes Bewerten, Entscheiden und letztlich zielgerichtetes Handeln zu sehen ist. Reflexion ist als Prozess zu verstehen, der durchaus mehrstufig erfolgen kann. Entscheidend ist in Reflexionsprozessen die Fähigkeit, Ereignisse und Phänomene differenziert – also nicht nur von einem Standpunkt aus, sondern aus möglichst vielen Perspektiven – betrachten zu können. Dabei ist es hilfreich über einen guten Zugang zu verschiedenen Wahrnehmungsebenen und einem breiten Erfahrungsspektrum zu verfügen. Hier kommt auch der Selbst-Reflexion ein besonderer Stellenwert zu, in der neben kognitiv leicht zu verarbeitenden Eindrücken (explizites Wissen) ganz bewusst auch Wahrnehmungen von körperlichen Impulsen, Gefühlen, intuitiven Eindrücken, also schwer artikulierbares Erfahrungswissen (implizites Wissen), in den Reflexionsprozess einbezogen werden, was eine differenzierte, selbstkritische Betrachtungsweise voraussetzt. Der Unterschied zwischen Wahrnehmung und Reflexion:

  • Wahrnehmen heißt, innere und äußere Impulse wahrzunehmen, ohne sie zu bewerten oder einzuordnen, also lediglich beschreibend festzuhalten, was sie bei mir auslösen und mit mir machen (das Herz schlägt schneller, meine Atmung wird flacher, bestimmte Gefühle tauchen auf, …).
  • Reflexionsprozesse beginnen beim Versuch Wahrnehmungen zu bewerten, mit anderen Erfahrungen abzugleichen, sie in persönliche Denkschemata einzuordnen und für sich eine bewusste Entscheidung im Umgang damit zu treffen.

Hohe Wahrnehmungssensibilität und die Bereitschaft, sich bewusst auf Wahrnehmungsprozesse einzulassen, unterstützt dabei, den Zugang zu vielfältigsten Quellen der Erkenntnis zu erschließen. Ausgeprägte kognitive Denkfähigkeit und Reflexionskompetenz ermöglichen hingegen die Abstraktionsleistung, Wahrnehmungen mit dem vorhandenen Erfahrungswissen abzugleichen, zu bewerten, neue Erkenntnisse zu generieren, diese in die persönliche Bedeutungslandkarte einzuordnen und bewusste Entscheidungen im Umgang damit zu treffen.

Der größte Nutzen liegt darin, dass durch die in Reflexionsprozessen gewonnene Neuerkenntnisse das persönliche Bewusstsein erweitert wird, und dadurch für das Alltagswirken wesentlich vielfältigere Handlungsmöglichkeiten erschlossen werden.

Wie kann ich meine Reflexionskompetenz weiterentwickeln und mein bewusstes und besonnenes Handeln stärken? – hier gibt es mehrere Ansatzpunkte, die alle gleichermaßen bedeutsam sind:

    • Weiterentwicklung der kognitiven Denkfähigkeit, um die benötigte Gedächtnis- und Abstraktionsleistung verfügbar zu haben.
    • Offenheit, Neugierde und Optimismus, um neue Erkenntnisquellen erschließen zu können und den Mut aufzubringen, auch Krisen und Scheitererfahrungen als wertvollen Nährboden für Erkenntnisse betrachten zu können.
    • Wahrnehmungssensibilisierung und Unvoreingenommenheit, um Impulse auch dann erkennen zu können, wenn sie nicht der persönlichen Logik entsprechen.
    • Komfortzonen verlassen und sich auf neue Lernprozesse einlassen, um überhaupt die Chance auf Neuerkenntnisse zu bekommen.
    • Emotionssteuerung und Besonnnenheit, um sich nicht von emotionalen Bedürfnissen und Gewohnheiten alleine leiten zu lassen.
    • Selbst-Reflexionskompetenz und selbstkritisches Denken, um die eigenen blinden Flecken zu erkennen, nicht in festgezurrten Grundüberzeugungen zu verkümmern / stecken zu bleiben, in Bewegung zu kommen und lebendig zu werden.
    • Umsetzung- und Handlungskompetenz, um nicht nur zu wissen, was zu tun wäre, sondern auf der Grundlage von Neuerkenntnissen auch in wohldosierten Schritten bewusste Handlungen setzen zu können.

Empathiefähigkeit und zwischenmenschliche Kompetenz 

bedeuten Einfühlungsvermögen, Fähigkeit zum Perspektivenwechsel, Wertschätzung und Vertrauen. Bereits seit Goleman’s Bestseller „Emotionale Intelligenz“ aus dem Jahr 1995 wissen wir, dass zwischenmenschliche Fähigkeiten mindestens genauso bedeutsam für Lebensqualität, beruflichen Erfolg und Führung sind, wie kognitive und rationale Kompetenzen. Empathie hilft, uns mit Anderen verbunden zu fühlen und Beziehungen wertvoll  zu gestalten.

Doch was bedeutet Empathiefähigkeit eigentlich und lässt sich das erlernen?

    • Empathiefähigkeit bedeutet zunächst eine Entscheidung, mir selbst und anderen achtsam und wertschätzend begegnen zu wollen und etwas dazu beitragen zu wollen, dass es mir selbst und den Menschen in meinem Umfeld gut geht. Dazu gehört auch die Auffassung, dass unsere Bedürfnisse gleichrangig wichtig sind, dass es neben den Unterschieden viele Gemeinsamkeiten und es etwas Verbindendes gibt und, dass ich selbst eine Verantwortung dafür trage, ob Beziehungen nicht nur gelingen, sondern auch als wertvoll, liebevoll und tragfähig wahrgenommen werden.
    • Dazu benötigt es die Entscheidung, mit anderen in Resonanz zu gehen, mich meinem Umfeld wirklich zuwenden zu wollen und in Begegnungen wahrhaftig präsent, zugewandt und spürbar zu sein.
    • Meine eigenen Gefühle zuzulassen, anzunehmen und bewusst wahrzunehmen, gilt als Basis von Empathie und damit auch Mitgefühl. Es benötigt zunächst die Fähigkeit, Gefühle zu empfinden und auszudrücken. Manche sprechen hier von emotional literacy (emotionale Alphabetisierung). Je reicher, tiefer und lebendiger wir unsere eigenen Gefühle wahrnehmen können, desto besser verstehen wir auch andere.
    • Emotionale Befindlichkeiten und Intentionen bei uns selbst und bei anderen genau zu erkennen und dabei spontane Gefühlsansteckungen identifizieren zu können. Spüren und wahrnehmen, sich aber gleichzeitig nicht überrollen zu lassen.
    • Dazu ist es hilfreich, die eigenen Emotionen kennenzulernen und zu erforschen, sich mit der eigenen „emotionalen Geschichte“ auseinanderzusetzen. Emotionen sind ein vielschichtiges Rückkoppelungssystem aus Körperempfindungen, Impulsen, Gedanken und Verhaltensweisen. Selbstmitgefühl und Empathie bedeuten ein achtsames Wahrnehmen dieser Impulse, ohne gleich wieder zu handeln oder gegenzusteuern.
    • Emotionsregulation ermöglicht uns, eigene und fremde Emotionen zu verstehen, zu regulieren und mit ihnen bewusst umzugehen (Impulskontrolle). Dadurch lernen wir, auch in stark emotionalen Situationen, uns nicht von der Intensität einer Situation überwältigen und lahmlegen zu lassen. Gekonnte Emotionsregulation ist eine wichtige Basis für Selbstmitgefühl und sozialen Kompetenz.
    • Durch die Bereitschaft, auch mal die Perspektive zu wechseln, betrachten wir Situationen auch aus dem Blickwinkel des/der jeweils Anderen und verstehen so besser, was andere möglicherweise wollen oder brauchen.
    • Die Qualität unserer Resonanz hängt aber maßgeblich davon ab, ob wir ehrliche Zuwendung und Fürsorge für andere empfinden, oder viel eher ein eigennütziges Interesse im Vordergrund steht. Wenn wir Emotionen mit Anderen fühlen, diese Gefühle genau identifizieren, in uns regulieren und die Perspektive der Anderen einnehmen, dann wird ein ehrliches empathisches Interesse dazu beitragen, dass wir auf eine Art mit ihnen in Beziehung treten, die unsere Zuwendung und unsere Fürsorge zeigt. Die Anderen fühlen sich dann gesehen und verstanden.
    • Mitgefühl und Selbstmitgefühl – zwei Seiten einer besonderen Medaille. Dabei geht es um eine klare Unterscheidung meiner eigenen und die Bedürfnisse der anderen Person. Diese Unterscheidungs- und Anwendungskompetenz ermöglicht es, einen bewussten und weisen Umgang miteinander zu finden und in einer Art und Weise zu antworten oder zu handeln, die beiden Seiten zu Gute kommt.

Mindfulness (Achtsamkeit)

wurde von Matthias Horx bereits 2019 als Kompetenz und Trend der Zukunft gesehen. Er spricht dabei von einem Gegentrend zur Beschleunigung, zur Digitalisierung und zur Hypermedialität. Menschen wollen produktiv sein, sie wollen gestalten und ihre Fähigkeiten bestmöglich entfalten, gleichzeitig aber, gibt es ein großes Bedürfnis nach Ruhe, nach Sicherheit, nach „echten“ Begegnungen und spürbarem Leben. Wir sehnen uns nach „Resonanz“ die Hartmut Rosa mit 4 Elementen beschreibt: Berührt-Werden, Selbstwirksamkeit, Transformation (Wandlung durch wahrhaftige Begegnungen) und Unverfügbarkeit (Resonanz lässt sich nicht erzwingen).

Achtsamkeit ist eine innere Haltung, ein bewusster Prozess, eine Entscheidung, immer wieder den Zustand der Präsenz und Achtsamkeit im Hier & Jetzt herzustellen. Es geht darum, wahrzunehmen was gerade ist und dann bewusst den nächsten Schritt zu tun und ins bewusste Gestalten und Handeln zu kommen. Dadurch begegnen wir uns selbst, unseren Mitmenschen und dem Leben auf eine neue, achtsame und selbstbestimmte Weise. Wir übernehmen bewusst Verantwortung für uns selbst und unsere Handlungen – das ist Selbstführung.

Große Unternehmen wie SAP, Google, Erste Bank… setzten seit vielen Jahren auf Mindfulness in ihren Unternehmen. Die positiven Wirkungen von Mindfulness lassen sich mittlerweile durch viele Studien belegen: Der Stresslevel sinkt bei gleichbleibender oder höherer Effizienz, die Führungskräfte agieren souveräner und klarer, die Kreativität steigt, die Resilienz und Lebensqualität wächst und Beziehungen gelingen respektvoller und nachhaltiger.

Die wichtigsten Säulen von Mindfulness sind:

  • Präsenz
  • Soziale Kompetenz & Einfühlungsvermögen
  • Reflexionskompetenz
  • Fokussierung & Effizienz
  • Kreativität & Innovation
  • Vitalität & Resilienz

Bitte schmökern Sie auch in unserem reichhaltigen Seminar- und Workshop-Angebot zu den Themen Reflexionsfähigkeit, Mindfulness, Führung …

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